Wärmewende Nordwest

„WärmewendeNordwest“ – Ein einzigartiges Millionenprojekt zur Förderung der Wärmewende

Autor*innen: Yuanyuan Xiao, Angelo Cioffari

Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland mehr als 55 Prozent der Energie im Wärmebereich verbraucht werden (s. Abbildung 1) und beinahe 85 Prozent aus fossilen Quellen wie Kohle, Öl und Gas stammen (Link), ist die Wärmewende, d.h. die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, einer der größten Hebel der Energiewende. Sie spielt dementsprechend eine Schlüsselrolle bei der Erreichung des von der Bundesregierung gesetzten Klimaziels, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Das Großprojekt "Wärmewende Nordwest" (kurz WWNW), das seit April 2021 läuft, ist ein nationales Leuchtturmprojekt und wird von einem Konsortium von 21 Partnern durchgeführt. Das Projekt läuft bis November 2025 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 16 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommen 3 Millionen Euro, die von den Partnern beigesteuert werden.

Ausgerichtet auf den privaten, gewerblichen und industriellen Wärmeverbrauch im Nordwesten – rund um die Region Oldenburg/Bremen – zielt das Projekt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch zu erhöhen und den Gesamtwärmebedarf von Gebäuden durch die Verbesserung der Energieeffizienz nach dem Prinzip "Efficiency First!" zu senken, um den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren.

Darüber hinaus spielt die im Projekt eingesetzte Smart-Metering-Technologie eine wichtige Rolle in Hinblick auf die transparente Erfassung und Optimierung des Wärmebedarfs von Gebäuden. Sie hat die Aufgabe, für ein sicheres und zuverlässiges IT-Netzwerk für alle dezentralen Komponenten und die zusammenhängende Sektorenkopplung zu sorgen. Smart-Meter-Infrastrukturen werden bisher vor allem für die Stromversorgung genutzt. Sie können aber auch im Kontext der möglichst klimaneutralen Wärmeversorgung von Quartieren einen großen Nutzen entfalten – insbesondere beim sicheren Schalten von Wärmeerzeugern und Wärmespeichern. Voraussetzung hierfür ist ein zügiger und breiter Rollout dieser Strukturen.

Speziell in Bezug auf die Quartiere, spielen die Bauweise (bei Neubau) und die Maßnahmen zur Gebäudedämmung (bei Bestandsquartieren) eine wesentliche Rolle in Hinblick auf die Klimaneutralität.

Basierend auf diesen Konzepten und Zielen hat das Projekt sechs Forschungsfelder definiert, um das Thema Wärmewende systematisch zu erforschen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Sektoren und Branchen sowie des unterschiedlichen Hintergrunds der beteiligten Teilnehmer werden im Rahmen des Projekts auch zwei Querschnittsaktivitäten durchgeführt, die dazu beitragen sollen, Innovationen, neue Geschäftsmodelle und Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in Zukunftsmärkten zu schaffen.


Als eines der führenden IT-Consulting-Unternehmen im Bereich der Energie in Deutschland hat auch die BTC mit ihrer Lösung „BTC|AMM“, die bereits umfangreich am Markt eingesetzt wird, ihren Beitrag in das Projekt eingebracht.

Schwerpunkt ist es dabei, Messdaten und Steuerungen über diese sichere Infrastruktur zu ermöglichen und mit der aufzubauenden digitalen Wärmeplattform zu integrieren. Ziel ist es, die Übertragbarkeit der Smart Metering-Ansätze des Stromsektors auch auf die Sektoren Wärme und Gas, sowie die Kombinierbarkeit dieser Sektoren für Sub-Metering-Zwecke praxisnah zu härten, entlang der energiewirtschaftlichen Anwendungsfälle weiter zu entwickeln und digitale Geschäftsmodelle zu ermöglichen.

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